Der Kalender bestimmt hier mehr als in der Schweiz. Wer Termine, Bauarbeiten oder Behördengänge plant, ohne die Festtage zu kennen, verliert Wochen.
Warum das hier steht
An hohen Feiertagen steht das Land still: Ämter, Banken und viele Betriebe sind zu, Handwerker verschwinden, und in der Semana Santa lohnt es sich gar nicht erst, etwas zu planen. Umgekehrt sind die Feste das Beste, was das Land zu bieten hat.
Die tagesaktuelle Übersicht liefert unser Feiertags-Tool.
Die gesetzlichen Feiertage
Grundlage ist das Gesetz 139-97. Es unterscheidet zwei Sorten: feste Feiertage, die immer auf ihr Datum fallen, und bewegliche, die auf einen Montag verschoben werden — fällt der Tag auf Dienstag oder Mittwoch, gilt der Montag davor; fällt er auf Donnerstag oder Freitag, der Montag danach. So entstehen die langen Wochenenden, die den halben Verkehr des Landes auf die Strasse bringen.
| Datum | Anlass | Verschiebbar |
|---|---|---|
| 1. Januar | Neujahr | fest |
| 6. Januar | Heilige Drei Könige (Los Reyes) | beweglich |
| 21. Januar | Nuestra Señora de la Altagracia | fest |
| 26. Januar | Tag von Juan Pablo Duarte | beweglich |
| 27. Februar | Unabhängigkeitstag | fest |
| März/April | Karfreitag (Viernes Santo) | fest |
| 1. Mai | Tag der Arbeit | beweglich |
| Mai/Juni | Fronleichnam (Corpus Christi) | fest |
| 16. August | Tag der Restauration | beweglich |
| 24. September | Nuestra Señora de las Mercedes | fest |
| 6. November | Tag der Verfassung | beweglich |
| 25. Dezember | Weihnachten | fest |
⚠️ Verbindlich ist immer der Jahreskalender, den das Arbeitsministerium publiziert — er legt für das konkrete Jahr fest, welcher Tag tatsächlich frei ist.
Dass es zwei Nationalfeiertage gibt — 27. Februar und 16. August — hat historische Gründe → Geschichte im Überblick
Karneval — Februar
Der Carnaval läuft den ganzen Februar über, jeden Sonntag, und steigert sich zum Monatsende. Die grosse Nationalparade findet Anfang März auf dem Malecón in Santo Domingo statt.
- La Vega — der berühmteste Karneval des Landes, mit den Diablos Cojuelos in aufwendigen Masken und ihren vejigas (getrocknete Blasen), mit denen sie Zuschauern auf den Hintern schlagen. Das gehört dazu; wer das nicht will, bleibt hinter der Absperrung.
- Santiago — die Lechones, in zwei rivalisierende Stadtviertel geteilt.
- Monte Cristi — Toros y Civiles, deutlich rauer.
Praktisch: früh anreisen, Wertsachen zu Hause lassen, feste Schuhe, und mit Verkehrschaos rechnen.
Semana Santa — die Woche, in der nichts geht
Die Karwoche ist die wichtigste Ferienwoche des Jahres. Ab Gründonnerstag ist faktisch geschlossen — Behörden, Banken, viele Geschäfte. Alles fährt an den Strand oder zum Fluss.
- Habichuelas con dulce, die süsse Bohnencreme, gibt es nur in dieser Zeit. Wenn dir Nachbarn welche bringen, ist das eine Geste; ein Gegengeschenk später ist angemessen.
- Ertrinkungsunfälle häufen sich in dieser Woche massiv, vor allem an Flüssen. Die Behörden warnen jedes Jahr → Sicherheit
- In manchen Gemeinden gilt ein Alkoholverkaufsverbot.
- Plane nichts. Kein Bauabschluss, kein Amtstermin, keine Lieferung.
Weihnachten — und zwar lange
Die Weihnachtszeit beginnt gefühlt im Oktober und endet erst im Januar.
- Nochebuena, der 24. Dezember, ist der Hauptabend: Familienessen mit cerdo asado, moro, Salat russischer Art und ponche. Der 25. ist der ruhige Tag danach.
- Aguinaldos: Gruppen ziehen mit Musik von Haus zu Haus.
- Angelito ist das Wichteln im Büro oder in der Schule.
- Die regalía pascual — der gesetzliche 13. Monatslohn — muss bis zum 20. Dezember ausgezahlt sein. Wer Personal beschäftigt, muss das einplanen → Wirtschaft verstehen
- Geschenke für Kinder gibt es traditionell nicht am 24., sondern am 6. Januar zu Los Reyes.
Altagracia — 21. Januar
Die Virgen de la Altagracia ist die Schutzpatronin des Landes. In der Nacht zum 21. Januar pilgern Hunderttausende zur Basilika in Higüey. Ein stiller, sehr dominikanischer Feiertag — das Gegenstück zum Karneval.
Fiestas Patronales
Jede Stadt und jedes Dorf hat sein Patronatsfest, meist über mehrere Tage: Musik, Stände, Umzüge, laute Nächte. Sie sind der beste Zugang zum Ortsleben, wenn du irgendwo neu bist. Die Termine erfährst du am zuverlässigsten im ayuntamiento oder in der Pfarrei — welche Gemeinde wo liegt, zeigt die Regionen-Übersicht.
Was du daraus mitnimmst
- Lange Wochenenden sind Reisezeit: volle Strassen, teure Hotels, geschlossene Ämter.
- Vor jedem Feiertag rechtzeitig Bargeld holen und den Tank füllen.
- Semana Santa und die Woche zwischen den Jahren sind für Projekte verloren.
- Eingeladen werden ist eine Auszeichnung. Wer zu einem Familienfest kommt, bringt etwas mit und geht nicht zu früh.