Die wichtigste Frage kommt vor der Offerte: Was davon willst du hier überhaupt haben? Ein grosser Teil eines Schweizer Haushalts funktioniert hier nicht, hält das Klima nicht aus oder ist vor Ort günstiger.
Warum das hier steht
Ein Container kostet mehrere tausend Franken, dazu Zoll, Hafengebühren und Agent. Wer vorher aussortiert, spart mehr als bei jeder Speditionsofferte — und vermeidet, dass hier Geräte ankommen, die man nicht einstecken kann.
Zuerst: der Stecker
Die Dominikanische Republik fährt auf 110–120 Volt bei 60 Hertz, mit US-Steckern. Die Schweiz hat 230 Volt bei 50 Hertz.
Das heisst konkret:
- Nimm keine grossen Elektrogeräte mit. Waschmaschine, Tumbler, Kühlschrank, Backofen, Staubsauger, Küchenmaschine — sie laufen nicht, und ein Spannungswandler für Dauerbetrieb ist teuer, heiss und unpraktisch.
- Was mit Netzteil läuft, ist meist unkritisch: Laptop, Handy, Kamera,
Werkzeug-Akkuladegeräte. Steht auf dem Netzteil
100–240V, 50/60Hz, reicht ein Adapterstecker. - Motorgeräte ohne Netzteil sind heikel — 50 statt 60 Hertz lässt sie falsch drehen, auch mit Wandler.
Was ohnehin bleibt, ist der Strom selbst → Strom & Inverter
Was das Klima frisst
Luftfeuchtigkeit, Salz und Termiten arbeiten hier gegen dich. Erfahrungsgemäss leiden: Massivholzmöbel und Furnier, Bücher, Lederwaren, Klaviere, Papierarchive, Fotos. Wollteppiche und dicke Winterkleidung sind schlicht nutzlos.
Gut mitzunehmen: Werkzeug, Fahrräder, Tauch- und Sportausrüstung, gute Küchenmesser und Pfannen, Medikamente in Reisemenge, Lieblingsbücher — und alles mit ideellem Wert.
Der Weg: Container von der Schweiz hierher
Die Schweiz hat keinen Seehafen. Der Weg läuft per Lastwagen oder Bahn an einen Nordseehafen (Rotterdam, Antwerpen, Hamburg) oder nach Genua, von dort per Schiff in die Dominikanische Republik. Angelaufen werden vor allem Haina und Caucedo bei Santo Domingo sowie Puerto Plata an der Nordküste.
| Wann sinnvoll | |
|---|---|
| FCL — eigener 20′- oder 40′-Container | Ab einer Wohnungseinrichtung aufwärts. Wird versiegelt, niemand packt dazwischen um |
| LCL — Sammelcontainer, Abrechnung nach Kubikmeter | Für einzelne Möbel und Kisten. Günstiger, aber mehr Umschlag, längere Laufzeit und mehr Bruchrisiko |
| Luftfracht | Nur für Dringendes und Leichtes. Teuer pro Kilo, dafür Tage statt Wochen |
Rechne mit vier bis acht Wochen von Haustür zu Haustür, plus Zollabwicklung. Verschiffe nichts, was du in den ersten zwei Monaten brauchst — das gehört ins Flugzeuggepäck.
Zoll: menaje de casa
Für gebrauchtes Umzugsgut einer Person, die hier ihren Wohnsitz begründet, sieht das dominikanische Zollrecht eine Erleichterung vor — der menaje de casa. Was in der Praxis dazugehört:
- Ein detailliertes Inventar auf Spanisch, mit Stückzahlen und Werten. Nicht „Küche, 1 Kiste", sondern Liste. Fotografiere alles vor dem Packen.
- Gebrauchte Gegenstände in haushaltsüblicher Menge. Zehn gleiche Geräte sehen nach Handelsware aus und werden auch so verzollt.
- Pass, Residencia oder laufendes Verfahren als Nachweis, dass du hierher ziehst → Residencia beantragen
- Die Befreiung ist einmalig und an ein Zeitfenster rund um den Zuzug gebunden.
⚠️ Umfang, Fristen und Nachweise legt die Dirección General de Aduanas fest, und sie werden angepasst. Kläre den aktuellen Stand vor der Buchung direkt bei der DGA oder über deinen Agenten — nicht anhand eines Forenbeitrags.
Für alles, was nicht unter die Befreiung fällt, gelten normale Abgaben: Zoll nach Warengruppe plus 18 % ITBIS → Zoll- und Einfuhrrechner
Was gar nicht geht
- Fahrzeuge älter als fünf Jahre dürfen nicht eingeführt werden. Ein Auto mitzunehmen lohnt sich in den seltensten Fällen → Auto fahren
- Waffen und Munition — Finger weg, das ist ein eigenes Bewilligungsverfahren mit strafrechtlichem Risiko.
- Drohnen brauchen eine Bewilligung.
- Pflanzen, Erde, Samen und tierische Produkte unterliegen der Agrarkontrolle.
- Medikamente nur in Reisemenge, mit Rezeptkopie.
Der Agent ist keine Option, sondern Teil des Plans
Die Zollabfertigung im Hafen erledigt praktisch niemand selbst. Ein agente aduanal kennt die Formulare, die Fristen und die Leute. Lass dir die Kosten vollständig aufschlüsseln — Fracht, Hafengebühren, Lagergeld, Agentenhonorar, allfälliger Zoll. Die Fracht ist oft der kleinere Teil.
Standgeld läuft schnell auf. Wenn der Container im Hafen liegt und Papiere fehlen, zahlst du pro Tag. Deshalb: Papiere fertig haben, bevor das Schiff ankommt.
Was sich bewährt
- Versichern, und zwar zum Wiederbeschaffungswert. Die Standardhaftung des Spediteurs ist eine Alibihaftung.
- Zwei bis drei Offerten einholen, immer für dieselbe Leistung.
- Inventarliste digital ablegen und mitschicken.
- Erst die Wohnung, dann der Container. Ein Container ohne Zieladresse wird zum Lagerproblem.